Historie

SÆLØER Lista-Skøyte

saeloer05SÆLØER wurde 1917 in Kragerö Südnorwegen von Theodor Sveinungsen als 2-Master gebaut. Das Schiff wurde karweel geplankt. Große Ladeluke vorn, niedriges Steuerhaus mit steuerbord achterlichem Niedergang, Wohn-, Ess- und Schlafraum, sowie Kombüse mit Holz/Kohleherd für 3 Mann Besatzung. Es gab nur ein Schott, nämlich das unmittelbar vor dem Besan angeordnete zwischen Wohn- und Frachtraum. Keine Maschine. Radsteuerung. Das heutige Rad ist das Originalrad, mit welchem das Schiff 1917 in Dienst gestellt wurde.

a_saeloeer4Listaskoyten waren ursprünglich keine Frachtfahrzeuge sondern Treibnetzboote. Sie haben nur geringfügige Ähnlichkeit mit den offenen Listerbooten. Der Konstrukteur hat sich Anregungen von vielen anderen Bootstypen geholt. Es wird berichtet, daß Kristian Kristensen in Lista der Konstrukteur dieses Schiffstyps war. Über dieses Fahrzeug sagt Kielland folgendes: “ Diese Skoyten haben einen besonders scharfen Bug und die größte Breite teils in der Mitte, teils achterlich von der Mitte. Die Idee zu dieser Konstruktion hat der Konstrukteur von den englischen Schaluppen erhalten, die im Sommer nach Südnorwegen kamen, um Makrelen zu holen. Daher stammt der scharf geschnittene Bug. Die Idee, die größte Breite so weit achterlich zu legen, stammt von einem derart konstruierten Schiff, das sich durch besondere Segeleigenschaften auszeichnete.”

Die ersten Listaskoyten, die gebaut wurden, waren kleinere einmastige Fahrzeuge von 30 bis 32 Fuß Länge und 11 bis 12 Fuß Breite. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begann man, sich in Lista für die Frachtfahrt zu interessieren. Zunächst versahen die Treibnetzboote den Dienst als Frachtfahrzeuge, aber der wachsende Raumbedarf führte dazu, daß immer größere Schiffe speziell für den Frachttransport gebaut wurden. Die letzten klinkergeplankten Skoyten waren über 70 Fuß lang.

Wie auch bei den ostnorwegischen Schiffen wurden Planken und Spanten mit Holznägeln zusammengefügt. Die meisten erhielten später Ausleistung der Klinkerung oder wurden völlig neu karweel aufgeplankt. Die Listaskoyten glichen sich nicht alle, da sie von verschiedenen Bootsbauern gebaut wurden, aber sie hatten alle ein gemeinsames Merkmal: das charakteristische scharf geschnittene Vorschiff mit senkrechtem Steven und die größte Breite achterlicher als mittschiffs.

Die Decksaufteilung konnte leicht variieren, aber gewöhnlich gab es eine große und eine oder zwei kleinere Ladeluken. Achtern befand sich das Deckshaus, ungefähr 2 bis 3 Fuß hoch mit einem achterlichen Niedergang. Üblich waren 2 Mann Besatzung, so daß sich unter Deck 2 Kojen mit einer Bank davor befanden. Zwischen diesen stand eine Kommode oder ein Tisch, um daran zu essen. Seit die Fahrzeuge dauernd Deckslast fuhren, gab es für den Herd keinem Platz an Deck. Dieser befand sich in der Kajüte am hinteren Ende der einen Bank.

Es gab Rad und Pinnensteuerung, die größeren Skoyten hatten üblicherweise Radsteuerung. Normalerweise gab es keine Ankerklüse sondern nur eine Öffnung im Schanzkleid und an Vorsteven ein Scheibgatt für die Kette. Die Frachtschiffer weiter westwärts, die auf englischen Kuttern mit den Leuten von Lista konkurrierten, erzählten, daß es schwieriger war, Listaskoyten in der Tragfähigkeit zu schlagen.

Ab 1912/13 wurden die Listaskoyten üblicherweise mit 2 Masten geriggt: Groß und Besan als Pfahlmasten, Topsegel nur am Großmast, selten am Besan. Das Beiboot wurde mit Hilfe einer Talje im Besan aufgeheißt und mit der offenen Seite mit horizontalem Kiel senkrecht gegen das Deckshaus gestellt.

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Um 1920 erhielten die meisten Listaskoyten einen Motor, aber die Segel blieben für über 10 Jahre noch Hauptantriebsmittel. Selbst in den 30er-Jahren gab es noch zahlreiche Listaskoyten, die segelten. In der 30er-Jahren kam das Steuerhaus auf und das Rigg wurde so verkleinert, daß es nahezu nur noch als Stützrigg benutzt wurde. Die SAELÖER war noch bis 1975 in Frachtfahrt.